Von web master auf Dienstag, 01. Februar 2011
Kategorie: DSM

Datenpartition bei Neuinstallation nicht formatieren

Oft gibt es die Anforderung, bestehende Partitionen bei einer Neuinstallation eines Clients nicht zu formatieren, damit die Daten nicht verloren gehen.

Out of the Box werden mit den vorhandenen enteo Paketen zur Partitionierung und Formatierung alle Partitionen neu angelegt und formatiert.

Mit ein paar Handgriffen ist es jedoch möglich, nur die Systempartition zu formatieren.

Als Grundlage nutze ich eine Kopie des Pakets

„Pre OS Action Package Partitioning and Formatting for multiple partitions“.

Als erstes legen wir einen neuen Installationsparameter an. Über diesen kann auf jedem Client gesteuert werden, was bei einer Neuinstallation passieren soll.

Dem Installationsparameter gebe ich den Namen „FormatOnlyC“ und als Optionstyp wird „Optionsliste“ gewählt. (siehe Screenshot)

Im Feld Eigenschafts-Liste des Installationsparameters werden die Werte definiert, die der Installationsparameter annehmen kann. Für das Vorhaben reichen „0“ und „1“. Also wird entweder die komplette Festplatte neu partitioniert oder eben nur die Systempartition formatiert.

Der letzte Konfigurationsschritt für den Installationsparameter besteht darin, einen Vorgabewert zu wählen. Ich wähle dazu „Aus“. Damit wird per Default jede Partition neu erstellt. Durch den Haken bei „Bei Zuweisung änderbar“ besteht die Möglichkeit beim Anlegen einer neuen Policy einen anderen Default Wert zu wählen.

Als nächstes muss das Skript entsprechend angepasst werden, damit sichergestellt ist, dass die Partitionen nicht gelöscht werden, wenn der Installationsparameter den Wert „1“ hat.

Dazu muss die rot Markierte Zeile im Screenshot in das Skript unter folgenden Teil eingefügt werden.

set diskfull=0
set activate_partition=0
if "%disknumber%" == "0" set activate_partition=1

Mit dieser Anpassung wird der komplette Partitionierungsteil des Skripts übersprungen.

Damit der Client wieder dieselbe Systempartition erhält, werden die Werte der Partitionsgröße aus dem vorhandenen Installationsparameter ausgelesen und verwendet.

Mit diesen Informationen kann die Systempartition auch formatiert werden. Vor dem Teil „goto %returnlabel%“ müssen folgende Zeilen dem Script hinzugefügt werden.

Nach den erfolgten Anpassungen kann das Skript gespeichert, distribuiert und als Komponente in einem OS Installation Set verwendet werden. Beim Erstellen der Policy kann man jetzt auch den Default Wert des Installationsparameters setzen.

Um bei Bedarf den Wert des Installationsparameters zu ändern, müssen Sie den Rollout der Policyinstanz für das OS Installation Set auf dem entsprechenden Client stoppen, und in die Eigenschaften des „Pre OS Action Package Partitioning an Formatting for multiple partitions“ gehen.

Nach der Änderung, muss der Rollout wieder gestartet werden, und die Änderungen sind somit für diesen Client aktiv.

Als Alternative zu einem Installationsparameter kann auch ein Flag File auf dem Client abgelegt werden, welches Abgefragt wird. Wenn z.B. das File existiert, bleiben die bestehenden Partitionen vorhanden. Ich persönlich bevorzuge allerdings die Variante mit dem Installationsparameter, damit die Client Administratoren die Kontrolle darüber haben.

Danke auch an Torsten, der an diesem Skript mitgearbeitet hat!

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